Für die Menschen, die 2025 ein schweres Jahr hatten, ist diese Jahreslosung 2026 Hoffnung und eine wunderbare Perspektive: „Siehe ich mache alles neu.“ Gott schafft also alles neu. In allen dunklen und zerbrochenen Perspektiven des Lebens kommt etwas Neues und Gutes. Und für die, für die 2025 gut war, kommt auch etwas Neues, wir dürfen gespannt sein und uns vorfreuen. Da denke ich zum Beispiel daran, dass
ich mir ein neues Smartphone kaufe und das alte wegwerfe, da ich das alte nicht mehr gebrauchen kann. Vielleicht auch ein neuer Fernseher? Wäre ganz nett; den alten bring‘ ich zum Wertstoffhof. Das meint Gott nicht, wenn er sagt, „Siehe ich mache alles neu“. Wenn wir die Gesamtschau der biblischen Zeugnisse zusammenlegen, dann entsteht ein wunderbares Bild. Neu heißt nicht, dass das alte weggeworfen wird. „Neu“ im Sinne Gottes heißt: Das Alte heilen, ganz machen, erhalten, reinigen.
Das Neue ist immer das geheiligte, gereinigte und das reparierte Alte. Gott verspricht hier, dass er unsere Welt und unser Leben upcycelt. Das ist ein wunderbares Bild für unser Leben. Unser Leben und das, was wir an Kultur und Geschichte haben in unserer Welt, das wird nicht einfach weggewischt, als ob das schlecht wäre und niemand mehr bräuchte, sondern das ist Basis und Grundlage für die neue Welt Gottes, die Gott schaffen wird. Unsere Gedanken, unsere Erinnerungen, unsere Erlebnisse und Erfahrungen, die bleiben
in Gottes Welt erhalten. Sie erfahren aber eine Reinigung und Heiligung. So wird das Reich Gottes gebaut.
Und so hat unser Leben Sinn und Ziel, ist nicht einfach nur irgendeine Blaupause oder eine schlechte Kopie. Nein, es ist die Grundlage für Gottes neue Welt.
Zur Wahrheit gehört aber, dass bestimmte Dinge in unserer Welt nicht in die Welt Gottes passen. Deswegen muss Gott es neu machen, gut machen, heiligen, reinigen. Das ist meine Hoffnung. Da gibt es kein Leid, kein Geschrei, keine Tränen mehr. Es ist mein Leben und dein Leben in purer Freude und Schönheit. Darauf freue ich mich. Das können wir hier in unserer Welt auch jetzt schon immer wieder erleben. Und dafür bin ich Gott dankbar, dass immer wieder so etwas in unserer Welt auftaucht und aufblitzt.
Neu heißt aber auch, dass wir damit herausgefordert werden. Denn es geht darum, das Alte nicht wegzuschmeißen, sondern zu reinigen, zu heiligen und zu erneuern. Das bedeutet für mich, dass ich mich erneuern lassen muss. Das ist manchmal schmerzhaft. Wir sind herausgefordert, uns zu der neuen Welt hinzuentwickeln. Wir dürfen wachsen. Wir reflektieren, da dürfen wir darüber nachdenken, was ist gut in unserem Leben, was passt nicht noch zu dieser neuen Welt Gottes in unserem Leben? Die neue Welt Gottes ist geprägt von Liebe, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit, Sanftmut, Güte und Treue. Und was davon fehlt noch in meinem Leben? Gott fordert uns immer wieder heraus, im Blick auf das Neue, auf seine kommende Welt, auf sein kommendes Reich hinzuwachsen und uns zu entwickeln.
Es ist eine große Verheißung für das Jahr 2026: „Siehe, ich mache alles neu.“ Und wenn Gott ALLES meint, dann meint er auch den letzten Winkel unseres Lebens, den wir gern übersehen und verstecken wollen. Es wird gut und schön und wir werden uns freuen und jubeln können. Wir werden aber auch arbeiten, reflektieren und uns entwickeln dürfen. Gott wird barmherzig, gütig und treu dabei sein.
Ich wünsche Ihnen, euch und mir, dass wir das Neue, das Gott in uns und in dieser Welt 2026 schaffen wird, annehmen können, uns darüber freuen und dahin wachsen können. Behüt Sie Gott. Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Ihr Pfarrer Jonathan Gerber