Bunt sind schon die Wälder, gelb die Stoppelfelder, und der Herbst beginnt. Rote Blätter fallen, graue Nebel wallen, kühler weht der Wind.
Der Herbst steht in den Startlöchern. Nicht mehr lange, dann lassen unsere Bäume wieder ihr Laub fallen und belegen unsere Gärten mit wunderschönen bunten Teppichen. Für Viele die Zeit zum Rechen zu greifen und die bunte Pracht zu entsorgen. Halt! Nicht unbedingt!
Laut Gartenexperten
kann das Laub fast überall liegen bleiben, denn unsere Böden haben meist zu wenig Humus. Im Lauf des Winters verrottet das Laub und wird zu wertvollem Dünger. Das Zersetzen des Laubs verbessert die Bodenstruktur, was die Wasserspeicherung und Belüftung erhöht. Der Boden kann dann mehr Wasser speichern und Regenwürmer die Blätter zersetzen.
Zersetztes Laub gibt wertvolle Nährstoffe an den Boden ab, die als natürlicher Dünger das Pflanzenwachstum fördern. Eine Laubschicht kann Bodenerosion verhindern, indem sie das Abtragen von Erde bei Regen reduziert, besonders auf unbedeckten oder leicht abfallenden Flächen. Laub wirkt als Isolierschicht und schützt den Boden und die Pflanzenwurzeln vor extremen Temperaturschwankungen. Im Winter hält es den Boden frostfrei und im Sommer kühl und feucht.
Laub ist Nahrung für Bakterien, Pilze und wirbellose Tiere, die wiederum Nahrung für größere Tiere sind. Laub ist Nistmaterial für Vögel und Eichhörnchen. Im Laub finden Frösche, Igel, Hummeln Unterschlupf. Dafür ist es gut, das Laub zu einem Haufen zusammen zu rechen und in einer Gartenecke zu sammeln. Allerdings sollte man daran denken im Frühjahr nicht zu früh den Haufen zu entsorgen, um einen möglicherweise überwinternden Igel nicht aus dem Schlaf zu wecken.
Es ist daher also sinnvoll, das Laub liegenzulassen, vor allem im Gemüsegarten und auch unter Bäumen und Hecken. Eine Ausnahme gibt es allerdings: auf dem Rasen sollten die Blätter nicht bleiben. Eine dichte Laubdecke kann die Vitalität und das Wachstum Ihres Rasens beeinträchtigen. Und auf dem Gehweg sollte es natürlich auch nicht liegenbleiben, um Unfälle zu vermeiden.
Christine Schwab
(c) Bild: witmic4, pixelio.de