In einer neuen Serie stellen wir die Entstehung und Entwicklung der Kirche St. Nikolaus und ihrer Kunstschätze vor. Der neue Kirchenführer Bernd Klingenbeck hat zur Schalkhäuser Geschichte geforscht und viel Spannendes entdeckt.
Oft unterschätzt
Wer in Ansbach Sehenswürdigkeiten besucht,
denkt in erster Linie an das Markgräfliche Schloss, die Orangerie, den Hofgarten und andere repräsentative Bauten der ehemaligen Markgrafen. Im Blickfeld liegen weiter die zentral gelegenen, großen Kirchen, die Markgrafenkirche genannte St. Gumbertuskirche mit ihrer prächtigen, barocken Wiegleb-Orgel und die Stadtkirche St. Johannis. Aber nur wenige Kilometer entfernt steht im kleinen Ortsteil Schalkhausen die Kirche St. Nikolaus, die nur wenig Beachtung erfährt und zu Unrecht im Schatten ihrer großen Schwestern steht. Denn St. Nikolaus birgt einen für viele unbekannten Schatz: Einen wertvollen, spätgotischen Flügelaltar, datiert 1520, von hohem künstlerischem Wert, der in seiner Qualität nicht oft zu finden ist. Ein Besuch der Kirche, auch außerhalb des Gottesdienstes, lohnt sich deshalb in vielerlei Hinsicht, hat sie doch noch weitere Kunstschätze zu bieten.
Zur Ortsgeschichte
Anfänge einer Siedlung lassen sich etwa um 1000 in Form einer Turmhügelburg nachweisen. Die erste urkundliche Erwähnung ist 1144 nachweisbar. Schalkhausen war Sitz der „Edlen von Schalkhausen“ und später der „Herren von Dornberg“. Der Name Schalkhausen, vormals „Skalkehusen“ oder auch „Skalchehusen“ bedeutet: „Zu den Häusern der Knechte“. Hiermit waren sicherlich Knechte des Gumbertusklosters gemeint, die hier siedelten. Schalkhausen, das war nicht nur irgendeine kleine unbedeutende Ansiedlung, sondern im 12. und
13. Jahrhundert ein Machtzentrum mit Besitzungen an über 60 Ortschaften im Rangau, und auch von bedeuteten Burgen, wie Vestenberg und Lichtenau. Als Untervögte, eingesetzt von Kaiser Friedrich Barbarossa, hatten die Herren von Schalkhausen bzw. von Dornberg Macht über Ansbach und Teile des Klosters Heilsbronn. Das „Dreieckssiegel Wolframs von Dornberg“ entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte zum Stadtwappen Ansbachs. Die Dynastie endete 1288 mit dem Tod des letzten Dornbergers, Wolfram von Dornberg. Schalkhausen ging zunächst an die Grafen von Oettingen, dann an die Burggrafen von Nürnberg und 1398 schließlich in den Besitz der späteren Markgrafen von Ansbach über.
Der Kirchplatz in den 1950er Jahren: Wo heute der Kindergarten ist, steht das alte Pfarrhaus, das heutige Gemeindehaus war die Gaststätte „Goldenes Lamm“, links daneben die dazugehörige Scheune. Auf dem Kirchplatz befindet sich noch die alte Schule.