Über die erste Errichtung der Kirche St. Nikolaus gibt es keine gesicherten Quellen. Der Legende nach verirrte sich Sophia von Dornberg bei einem Spaziergang mit ihrem Schäfchen hoffnungslos im Wald. Gerettet haben soll sie der Klang einer Glocke eines dort lebenden Klausners, der sie sicher auf die Burg zurückbrachte. Sie gelobte, eine Kirche zu errichten und ihr Leben lang Gott zu dienen. Fakt ist, dass eine Sophia von Dornberg
tatsächlich lebte und von 1274 – 1286 Äbtissin im Kloster Kirchheim am Ries war. Dort ist sie auch gestorben und begraben.
Erstmals urkundlich erwähnt wird die Kirche St. Nikolaus im Jahr 1264. Hier wird bereits über eine Erweiterung des „Niklaskirchleins“ berichtet. Sie muss also vorher schon existiert haben und ist somit romanisch-frühgotischen Ursprungs.
Geldgeber für den Erweiterungsbau waren höchstwahrscheinlich die Herren von Dornberg. Doch auch die Einwohner von Schalkhausen waren bereit, ihr Scherfein, den „Zehnten“, zu entrichten, der im Übrigen erst 1852 abgeschafft wurde. Ein Bürger, ein gewisser Dietrich Spieß, stellte sogar eines seiner Häuser als Pfarrhaus zur Verfügung. Ein einziger, der Überlieferung nach ein gewisser „Walter“, soll sich geweigert haben, den „Zehnten“ zu entrichten, was ihm den Beinamen „Pfaffenfeind“ einbrachte.
Als wichtige Quelle für die weitere Dokumentation der Entstehung der Kirche erweist sich das „Salbüchlein“, das von den damaligen Pfarrern 1436 und 1441, leider nicht durchgängig, geführt wurde und sich heute noch im Pfarrarchiv befindet.
Zur Orientierung ein paar Zahlen: 1264 erstmalige urkundliche Erwähnung eines „Niklaskirchkleins“. 1307 und 1394 wurden Chor und Dach erhöht, 1376 ein Kirchturm an heutiger Stelle erbaut.
1352 wurde ein neuer Altar („zu unserer lieben Frau Maria“), unter anderem mit Reliquien des heiligen Gumbertus, am Kilianstag (8. Juli) geweiht. Seither findet bis heute die Kirchweih am ersten Juli-Wochenende statt.
1423 weihte man einen neuen Altar (zu den „12 Aposteln“; dessen Verbleib ist bis heute unbekannt) und kurz danach wurde eine Sakristei angebaut. Während der Bauernkriege 1525, die die fränkischen Lande stark betrafen und viele Opfer forderten, wurde die Burg Dornberg vollkommen zerstört. 1527 wurde die Reformation durch Markgraf „Georg der Fromme“ eingeführt, es gibt mit Sebastian Faber einen ersten Nachweis eines evangelischen Pfarrers in Schalkhausen.
Auch Schalkhausen und dessen Kirche wurde im Dreißigjährigen Krieg verwüstete. In dieser Zeit erfolgten auch keine Eintragungen in das Taufregister. Es wird weiter berichtet, dass der Kirchturm häufig durch „Wetterschlag“ (Blitzeinschläge) Anfang des 17. und späten 18. Jahrhunderts beschädigt wurde und 1637 sogar ein Mesner hierbei umkam.
In nachreformatorischer Zeit folgten weitere Prinzipalien der Kirche, wie Kanzel, und aus der Stiftskirche von Ansbach, die Orgel (1716). Eine Windlade aus dieser Zeit ist heute noch hinter der Orgel zu finden. 1719 wurden neue Glocken aus Forchheim angeschafft und 1756 erhielt der Turm eine neue Uhr, die auch viertelstündlich schlug. Sie wurde 1913 ersetzt und in das deutsche Museum nach München gegeben.
Die heutige Form erhielt St. Nikolaus 1838 (die Weihe war am 16. Dezember 1838). Das Mittelschiff wurde abgerissen und erneuert, es entstand eine neugotische Saalkirche aus Sandsteinquadern, außen glattverputzt mit aufgebrachtem Wasserschlaggesims. Im Chor und Saal schmale, gotische Spitzbogenfenster mit Dreipassabschluss. Das dem Chor vorgelagerte Joch in Form einer Spitzbogenarkade war bis vor 1970 kunstvoll bemalt (siehe Foto rechts unten). Saalbau und Chor haben ein gewalmtes Satteldach, der Saal innen trägt eine Holzdecke in Form einer Spitztonne.
Der Turm an der Westseite, aus der Mittelachse nach Norden verschoben, hat einen quadratischen Grundriss mit einem oktogonalen Glockengeschoss und Pyramidendach. Die Überleitung erfolgt mittels Ecksporen.
Die vier Seiten haben spitzbogige Schallöffnungen.
1838 wurde ein neuer Taufstein beschafft und die Orgel durch einen Orgelbauer aus Heilsbronn ausgebaut. Eine Besonderheit der Kirche ist heute das Fehlen einer Kanzel. Ende der 1960er Jahre wurde die Kirche umfassend saniert, die wurmstichige Kanzel entfernt und durch ein von Pfarrer Martin Zorn aus Neunkirchen selbst entworfenes und geschmiede
tes Lesepult ersetzt. Weiter wurden ein neues Kirchengestühl und eine Heizung angeschafft.
In den folgenden Beiträgen möchte ich mich mit den Kunstschätzen und Besonderheiten der St. Nikolauskirche befassen. Es folgen Ausführungen über das Sakramentshäuschen mit den darin befindlichen Totenkronen, dem geschnitzten Kruzifixus aus dem späten 15. Jahrhundert und natürlich über den wertvollen Hochaltar.
Bernd Klingenbeck
Aus dem Salbuch: „Anno Domini 1352 Jahr da ward gemacht unser Frau Altar und ist geweiht der Junkfrau Maria und Sant Johannes Evangelista und Sant Otiligen. Darinnen liegt auch de corpore christi und Kaiser Heinrich Heiligtums und Sant Veit und Sant Gumprecht und der 11 tausend Junkfrauen. Und man weihet den Altar am Suntag vor Sant Kilianstag und die alte Kirchweyh leget man auch an den selben Suntag. Dass tat ma(n) darumb wen All‘heiligetag an ein Samstag geviel so macht man die Kirchweih kein genugtun an All‘seltag.
Anno Domini 1376 dar ward gepaut d(er) Turm zu Schalkhausen.
Anno Domini 1386 dar kaufet man die grosse Gloken um dreyhundert Pfunt.