Jahreslosung 2025

    (c) Mechen / pixelio.dePrüft alles und behaltet das Gute! (1. Thess 5,21)

    Immer wieder kommen meine Kinder zu mir, um ein Gerät oder eine Spielsache reparieren zu lassen. Meistens geht es um eine Schraube, die fehlt oder die verloren gegangen ist. In der Werkstatt schaue ich in meiner Kiste, in der alle möglichen Größen von Schrauben gesammelt werden. Ich probiere so lange, bis eine Schraube passt. Manchmal gehe

    ich auch zum Nachbarn und frage, ob er oder sie eine passende Schraube hat. Wenn die Schraube passt, dann kann ich sie einsetzen und das entsprechende Spielzeug reparieren. Ich prüfe so lange, bis ich die passende, die gute Schraube gefunden habe. So kann man auch Religion prüfen und sich das Gute rausnehmen. Zum Beispiel Nina Hagen: Mit anderen Religionen hatte sie experimentiert, etwa mit einer hinduistischen Strömung, von der sie sich heute distanziert.1

    „Heute sagt sie, dass Jesus sich nicht in ein multi-religiöses Patchwork einfügen lässt. Jesus habe ihr Leben gerettet, nachdem sie einen Tag und eine Nacht zu ihm geschrien hatte, in der Drogenhölle von Amsterdam. „Er rettete mich ein zweites Mal von den Dämonen des Kokains, die es auf mein Leben und meine Zunge abgesehen hatten“.2

    Vielleicht mag unser Leben nicht so extrem und verfahren sein, wie das von Nina Hagen. Aber es verdeutlicht, wie Jesus das Leben positiv verändert, wie Gott das Schicksal von Menschen ändert. Ich denke, wir können das so wie mit Schrauben machen. Wir können das suchen, was uns gut tut, prüfen und dann uns rauspicken, was schön ist. Innerhalb des christlichen Glaubens können wir auch suchen, was uns gut tut. Das Zentrale ist, dass wir die lebendige Beziehung mit Jesus suchen, wie Nina Hagen. Wie, das ist zweitrangig. Es gibt viele Facetten unseres Glaubens: Wir können nach Selbitz ins Kloster und dort in der Stille eine Woche verbringen oder wir können zu Eventgottesdiensten mit Musik gehen, die eher einer Party für Jesus gleichen. Wir können aber auch am Sonntagmorgen in den Gottesdienst gehen. Wir können unter vielen Facetten in unserem Glauben wählen. Sicher, es gibt einfach Grenzen, die wir uns nicht aussuchen können. Gott ist kein Automat, der uns erfüllt, sondern er ist derjenige, der einen Anspruch auf unseren Leben hat. Er ist der Schöpfer, wir die Geschöpfe. Da kommt man mit „raussuchen“ an seine Grenzen. Es geht aber auch um Treue und Durchhalten, Mut und Demut sowie Geduld. Aber er verheißt all denen Gutes (=keinen Mangel), die ihn fürchten (Psalm 34,10).

    Ich denke, für den neuen Kirchenvorstand ist es auch eine Frage, sich auszuprobieren, zu prüfen, und dann das Gute zu behalten. Für uns als Gemeinde geht es darum, den Mut zu haben, das Gute zu behalten und gleichzeitig Neues zu wagen. In der Vergangenheit ist dies den Kirchenvorständen und Pfarrern gelungen. Vieles ist gut bereitet in unserer Kirchengemeinde und dafür können wir Gott danken. Und wir können mutig Neues prüfen und Gutes behalten, weil wir die Erfahrung gemacht haben, dass Gott uns in Schalkhausen Gutes schenkt.

    Dafür bitte ich Gott um seinen Segen, beten Sie bitte mit.

    Ihr Pfarrer Jonathan Gerber

    1 https://www.jesus.ch/magazin/people/166954-so_wird_nina_hagen_wunderbar_getragen.html abgerufen am 05.11.2024

    2 Ebda.

    Bild: (c) Mechen  / pixelio.de

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