(c) by Marko Gröning pixelio.deLiebe Leserin, liebe Leser,
die Schülerinnen und Schüler gehen in bestimmten Zeiten während des Schultags in die Pausen. Die Lehrkräfte passen auf, dass sie die Klassenräume verlassen, um „rüber“ in den Hof in die frische Luft zu gehen. Dort bewegen sie sich und tanken neue Kräfte für die nächsten Unterrichtsstunden.

Bei Firmen oder Organisationen gehen auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in die Pausen, um

sich ein wenig zu entspannen und neue Kräfte für die weitere Arbeit zu tanken. Bei Mission EineWelt sagte ein Kolleg oft, wenn er in die Pause ging: „Ich gehe rüber in die Cafeteria.“
Jesus Christus ging auch rüber. Im Dienst seines Vaters auf der Erde ging er von einem Ort zum andern, um die frohe Botschaft des Heils zu erzählen. Er heilte Kranke und befreite Menschen aus der
Macht des Teufels. Vor bzw. nach seinem Dienst ging er täglich „rüber“. Sicher ging er nicht zu einem Hof oder zu einer Cafeteria, sondern zu einem einsamen Ort, auf einen Berg bzw. in die Wüste. Dort
kam er zur Ruhe und tankte im Gebet neue Kräfte für seinen Dienst. „Und als er das Volk hatte gehen lassen, stieg er allein auf einen Berg, um zu beten. Und am Abend war er dort allein.“ (Matthäus 14,23)
Jesus forderte seine Jünger auch auf, rüber zu gehen. Eines Tages kamen die Jünger von einem Dienst zurück. Sie berichteten Jesus, was sie getan und erlebt hatten. An dem Ort waren viele Menschen, die kamen und gingen. Da Jesus sah, dass die Jünger nicht zur Ruhe kamen und nicht genug Zeit zum Essen hatten, sagte er zu ihnen: „Geht ihr allein an eine einsame Stätte und ruht ein wenig.“ (Markus 6,30-32). Jesus sorgte für die Ruhe seiner Jünger.
Die Jünger waren so mit Menschen beschäftigt, dass sie vielleicht – einerseits - nicht spürten, dass sie ein wenig Ruhe brauchten. Andererseits kann es auch sein, dass sie noch Leistung zeigen wollten, da sie kurz davor vom Erfolg ihrer missionarischen Dienste berichtet hatten.
Unsere Leistungsgesellschaft fordert uns heute auf, Leistung zu zeigen. Sie fordert uns zu beweisen, wie gut wir sind bzw. was wir gut leisten können. Wir sind so beschäftigt, dass wir manchmal nicht mehr genug Zeit haben, zur Ruhe zu kommen. Dies kann sich negativ auf unsere Seele und unseren Körper auswirken. Rüber zu gehen und eine kurze Pause zu machen, eine Stille Zeit im Gebet
zu haben oder in den Urlaub zu gehen, tut unserer Seele und unserem Leib immer gut. Die Ruhe ist gesundheitlich notwendig und hilft uns zu entspannen und neue Kräfte für die nächsten Aufgaben zu tanken.
Haben Sie schon daran gedacht, rüber zu gehen und ein wenig zu ruhen? Ich wünsche Ihnen/Euch allen eine ruhige, erholsame und behütete Urlaubszeit.
Ihr Vikar
Emmanuel Ndoma