Monatsspruch Juli

Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe! Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den HERRN zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt!                
Hosea 10, 12

(c) R B by Rainer Sturm pixelio.deLiebe Leserin, lieber Leser,
jeder Mensch macht Erfahrungen mit Worten, die er hört und liest. Und auch mit Worten, die er selber von sich gibt. Jesus hat einmal darauf aufmerksam gemacht, dass wir Rechenschaft geben müssen über jedes unnütze Wort, das wir von uns geben. Sind unsere Worte hilfreich? Tun sie anderen Menschen gut? Bringt das, was wir reden, Menschen weiter? Oder

schaden unsere Worte? Verschärfen sie einen Konflikt? Entwürdigen sie den andern? Die kommende Fastenzeit könnte eine Zeit für einen Selbsttest werden. Wie gehen wir mit unseren Worten um und welche Wirkungen stellen wir fest? Im Talmud, der Sammlung jüdischer Schriftgelehrsamkeit, heißt es einmal: „Achte auf deine Gedanken, denn sie werden zu deinen Worten; achte auf deine Worte, denn sie werden zu deinen Taten.“
Mir fällt dazu immer wieder die Geschichte von den „drei Sieben des Sokrates“ ein. Diese Geschichte kann eine Hilfe sein, unser Reden zu prüfen: Zu Sokrates, dem großen Philosophen, kam einmal ein Mann und sagte: „Du, höre, ich muss dir etwas Wichtiges über deinen Freund erzählen!“ – „Warte ein bisschen“, unterbrach ihn der Weise. „Hast du, was du mir erzählen willst, schon durch die drei Siebe hindurchgehen lassen?“ – „Welche drei Siebe?“ „Nun, das erste ist das Sieb der Wahrheit. Bist du überzeugt, ob alles, was du mir sagen willst, auch wahr ist?“ – „Sicher bin ich mir nicht, ich habe es nur von anderen gehört.“ „Aber dann“, fuhr Sokrates fort, „hast du
es sicher durch das zweite Sieb hindurchgehen lassen? Es ist das Sieb der Güte. Ist, was du mir erzählen willst, wenn schon nicht als wahr erwiesen, so doch wenigstens gut?“ Der Mann errötete und antwortete: „Nein, das nicht, im Gegenteil…“. „Aber sicher hast du an das dritte Sieb gedacht und dich gefragt, ob es notwendig ist, mir zu erzählen, was dich so erregt.“ „Notwendig gerade nicht…“. „Also“, lächelte der Weise, „wenn das, was du mir erzählen willst, weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit!“ Ein weiser Rat, den Sokrates hier gibt. Wie vieles von dem, was wir reden, bliebe oft besser ungesagt. – Aber wie können wir denn darin wachsen, hilfreiche Worte zu haben? Jesus fragte seine Jünger einmal, ob sie bei ihm bleiben oder weggehen wollen. Petrus antwortete: „Wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.“
(c) Reinhold Pfindel 2018Es ist gut, diese wahren, guten und notwendigen Worte von Jesus immer wieder zu hören, sie in unser Herz einzulassen und uns an ihnen auszurichten. Denn so will Gott unser Herz reinigen, damit wir „Gutes aus dem guten Schatz unseres Herzens“ hervorbringen können. Auf solche guten Worte werden viele Menschen warten und dafür dankbar sein. Denn „ein gutes Wort ist wie Balsam auf die Seele“.
Mit einem Liedvers aus unserem Gesangbuch können wir Gott (immer wieder) bitten: „Hilf, dass ich rede stets, womit ich kann bestehen; lass kein unnützlich Wort aus meinem Munde gehen; und wenn in meinem Amt ich reden soll und muss, so gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruss.“ (Johann Heermann, EG 495,3)
Eine gesegnete Passionszeit mit vielen guten Wort-Erfahrungen wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Reinhold Pfindel

Nächste Veranstaltungen

15.07.2018 - 10:00 Uhr
Gottesdienst im Grünen
19.07.2018 - 0:00 Uhr
Konfirmandenfreizeit
20.07.2018 - 0:00 Uhr
Konfirmandenfreizeit
21.07.2018 - 0:00 Uhr
Konfirmandenfreizeit
22.07.2018 - 0:00 Uhr
Konfirmandenfreizeit

(c) Radpilgerweg

Radioandachten

radio

Alle Beiträge der Radio 8 – Andachten “Nachgedacht” zum Nachhören

Statistik

Insgesamt 144684

Zum Seitenanfang
Hinweis: Durch die Nutzung dieser Internetseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen OK